
Der US-amerikanische Zahlungsdienstleister Zelle hat am Dienstag seine eigenständige App offiziell eingestellt. Nutzerinnen und Nutzer werden seitdem direkt auf die Online-Plattformen von Banken und Kreditgenossenschaften weitergeleitet, die Zelle-Dienste anbieten.
Wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom 31. Oktober erklärte, war die weite Verbreitung von Zelle innerhalb bestehender Bank-Apps der ausschlaggebende Grund für diese Entscheidung. Immer mehr Kunden nutzten Zelle ohnehin über die Plattformen ihrer Banken oder Kreditgenossenschaften – ein Trend, der die Nutzung der separaten App deutlich zurückgehen ließ.
Zelle betonte, dass die Entscheidung, die eigenständige Anwendung vom Markt zu nehmen, auf eine strategische Anpassung zurückzuführen sei. „Die Integration in die digitalen Angebote unserer Partnerbanken hat sich als effizienteste Lösung erwiesen“, so das Unternehmen in der Mitteilung.
Die eigenständige App kann zwar nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck – das Senden und Empfangen von Geld – verwendet werden, bleibt aber dennoch verfügbar. Künftig soll sie als Informationsplattform dienen. Verbraucherinnen und Verbraucher können sich dort über teilnehmende Finanzinstitute informieren und werden auf entsprechende Banking-Apps verwiesen, die Zelle weiterhin unterstützen.
Dieser Schritt markiert das Ende eines Kapitels für Zelle, das seit seiner Einführung 2017 für unkomplizierte Peer-to-Peer-Zahlungen bekannt war. Die App wurde zunächst als Alternative zu Diensten wie Venmo oder Cash App entwickelt, konnte sich jedoch langfristig nicht gegen die zunehmende Integration in Bank-Apps behaupten.
Zelle ist nach wie vor ein bedeutender Akteur im Bereich digitaler Überweisungen in den USA. Allein im zweiten Quartal 2023 wickelte das Unternehmen Transaktionen im Wert von über 170 Milliarden US-Dollar ab. Die strategische Entscheidung, den Fokus ausschließlich auf die Zusammenarbeit mit Banken und Kreditgenossenschaften zu legen, dürfte diesen Kurs weiter stärken.
Kundinnen und Kunden, die Zelle bislang über die separate App genutzt haben, werden nun dazu angehalten, auf die mobilen Anwendungen ihrer Hausbanken umzusteigen. Dort steht der volle Funktionsumfang weiterhin zur Verfügung – einschließlich Echtzeitüberweisungen zwischen Privatpersonen.
Mit der Umwandlung der App in ein Informationsportal will Zelle zudem sicherstellen, dass Verbraucher den Dienst weiterhin finden und sicher nutzen können – auch ohne eine dedizierte Anwendung. Die neue Version der App bietet neben einem Überblick über teilnehmende Institute auch Tipps zur sicheren Nutzung von digitalen Zahlungsdiensten.
Zelle gehört zum Unternehmen Early Warning Services, das im Besitz von sieben der größten US-Banken ist, darunter Bank of America, JPMorgan Chase und Wells Fargo. Diese enge Verbindung zur traditionellen Bankenwelt hat maßgeblich zur schnellen Verbreitung von Zelle beigetragen.
Die Zukunft des Dienstes liegt nun klar in der vollständigen Einbindung in etablierte Bank-Ökosysteme. Die eigenständige App hatte ihren Zweck erfüllt – und wird künftig nur noch als digitale Wegweiserin dienen.